Identitätsbildung in der Logopädie - Förderung der Lebensqualität digital und analog? (Folge 10)
Zu Gast: Prof.in Dr. Sabine Corsten
20.03.2025 28 min
Zusammenfassung & Show Notes
Zu Gast in der zehnten Folge des Podcasts DiaLogo ist Sabine Corsten, Professorin an der Katholischen Hochschule Mainz.
Sabine wird uns heute einen Einblick in das Thema Identitäten in der Logopädie, insbesondere dem Einfluss der Identität bei Betroffenen mit Aphasie, geben. Wir sprechen über Fragen wie: Was hat das Thema Identitäten mit Logopädie zu tun? Und wie lassen sich die Inhalte aus der analogen Therapie in den digitalen Raum übertragen? Freut euch auf ein spannendes Themenfeld und Einblicke in unterschiedliche Forschungsprojekte sowie weitere Praxisimpulse.
Sabine wird uns heute einen Einblick in das Thema Identitäten in der Logopädie, insbesondere dem Einfluss der Identität bei Betroffenen mit Aphasie, geben. Wir sprechen über Fragen wie: Was hat das Thema Identitäten mit Logopädie zu tun? Und wie lassen sich die Inhalte aus der analogen Therapie in den digitalen Raum übertragen? Freut euch auf ein spannendes Themenfeld und Einblicke in unterschiedliche Forschungsprojekte sowie weitere Praxisimpulse.
Shownotes:
Informationen zum Projekt BaSeTaLK: https://www.basetalk.de/
BaSeTaLK bedeutet „Biographiearbeit in Senioreneinrichtungen mit Tablet-Unterstützung zur Verbesserung der Lebensqualität und Kommunikation“. Mit BaSeTaLK online können virtuelle Ausflüge an Orte wie den Garten, das Kino oder die Bücherei unternommen werden. Fotos und Fragen regen zum Austausch untereinander und zu lebensgeschichtlich orientierten Gesprächen an. Die App kann in Gesprächen mit älteren Menschen durch Therapeutinnen und Therapeuten oder auch ehrenamtlich Engagierte genutzt werden.
Informationen zum Projekt PeerPAL: https://www.peerpal.de/
Ziel des Projekts PeerPAL war die Entwicklung und Evaluation eines barrierefreien digitalen sozialen Netzwerkes zur systematischen und nachhaltigen autonomen Vernetzung im Sinne von Peer-Support bei Aphasie zur Steigerung der Lebensqualität.
Informationen zum Projekt TELL: https://www.hawk.de/de/forschung/forschungsprojekte/plattform-zur-telediagnostik-und-teletheraphie-bei-neurogen-sprachstoerungen
Ziel des Projekts TELL war die Entwicklung und Evaluation einer digitalen, sprachtherapeutischen Plattform. Die Plattform soll digitale Therapie und Diagnostik für Menschen mit neurogenen Sprachstörungen wie Aphasien ermöglichen.
Informationen zum Projekt EMPOWER: https://www.kh-mz.de/forschung/projekte/empower/soziale-teilhabe-digital
Informationen zum Projekt EMPOWER: https://www.kh-mz.de/forschung/projekte/empower/soziale-teilhabe-digital
Übergeordnetes Ziel ist die Entwicklung eines adäquaten, digital vermittelten Teilhabeangebots zur Steigerung der Lebensqualität für Menschen in Senior:inneneinrichtungen.
Konkrete Ziele des Projektes sind die Stimulation biographischer Gespräche mit der BaSeTaLK App (Giordano et al., 2023) sowie die zusätzliche Stimulation ortsbezogener Erzählungen. Eine digitale Aufbereitung wesentlicher Inhalte soll zu zukünftigen Gesprächsanlässen beitragen
Weitere Inhalte zur Vertiefung des Themas:
Wissenschaftlicher Artikel von Erin O’Bryan und Katie Strong:
DOI zum Artikel
Aphasia Therapy Finder: https://aphasiatherapyfinder.com/
Der Aphasia Therapy Finder ist eine durchsuchbare Datenbank mit evidenzbasierten Aphasie-Therapien. Sie bietet einen einfachen Zugang zu Therapiebeschreibungen, Evidenz-Zusammenfassungen und Ressourcen für die rasche Implementierung evidenzbasierter Therapien in die klinische Praxis.
Du erreichst das DiaLogo-Team per E-Mail: logopaedie.gcg[at]hawk.de
oder über das Feedback-Formular weiter unten.
oder über das Feedback-Formular weiter unten.
Transkript
Herzlich willkommen beim Göttinger Dialogo. Wir sind Mira und Maren und schauen
heute auf das Thema Identitäten, insbesondere für Menschen mit Aphasie.
Dafür haben wir Sabine Corsten von der Katholischen Hochschule Mainz zu Gast.
Hallo, schön, dass du da bist. Magst du denn kurz erzählen, wer du bist und was du so machst?
Ja, hallo. Erstmal danke für die Einladung. Ihr habt mich schon ein bisschen
vorgestellt. Mein Name ist Sabine Corsten und ich habe eine Professur für Logopädie
an der Katholischen Hochschule in Mainz seit 2008 mittlerweile.
Und neben der Lehre in Bachelor- und Masterstudiengängen Gesundheit und Pflege
verantworte ich vor allem Forschungsprojekte im Bereich lebensqualitätsorientierter
oder teilhabeorientierter Interventionen,
wie du schon gesagt hast, bei Menschen mit Aphasie, aber auch bei älteren Menschen
und hier auch wirklich bei hochbetagten Menschen, die in Einrichtungen leben.
Und was vielleicht jetzt auch spannend ist, dass wir die Methoden,
die wir da entwickeln in den Projekten oder die technischen Lösungen zum Teil
auch, dass wir die eben, und das habe ich jetzt schon vorweggenommen,
eben im technischen oder digitalen Setting auch erproben in den letzten Jahren.
Technische Lösungen meint dabei sowas, dass wir zum Beispiel Software-Applikationen
entwickelt haben und vielleicht ein wichtiges Element meiner Arbeit,
darum dreht sich das alles so ein bisschen, ist eben Biografiearbeit,
auf die wir ja auch noch näher eingehen wollen oder die wir im Team zusammen
aufbereitet haben, sodass eben Menschen mit Kommunikationsstörungen die auch leisten können.
Spannend, da hast du ja wirklich viel zu tun, viele verschiedene Bereiche, die du da anschneidest.
Wir wollen ja heute über das Thema Identitäten sprechen und daher erstmal die
erste Frage, was hat das Thema Identitäten mit Logopädie zu tun und was verbirgt
sich überhaupt hinter dem Begriff Identität?
Sehr gute Frage. Dazu werde ich wahrscheinlich auch ein bisschen ausholen müssen,
weil man sich ja tatsächlich fragen kann, was hat das jetzt mit unserem Beruf zu tun?
Und ich denke, dass man sich klar machen muss, dass das Ziel jeglicher logopädischer
Therapie ist, eben Verbesserung von Lebensqualität und Teilhabe.
Das ist ja auch so gesetzlich festgeschrieben. Und wenn wir uns jetzt unsere
Therapien angucken, symptomorientierte Therapien oder auch kompensationsorientierte
Therapien, dann führen die ja auch zu Verbesserungen in der Lebensqualität.
Aber was wir auch sehen, gerade jetzt in meinem Bereich, in der Aphasie,
dass bei Menschen mit Aphasie weder jetzt der Störungsgrad der sprachlichen
Einschränkungen noch die Verbesserungen, die durch die Therapie erzielt werden,
in den Symptomen vorhersagen können, wie sich Lebensqualität entwickelt.
Was für uns so ein bisschen bedeutet hat, okay, es braucht additiv noch weitere
Ansätze neben den traditionellen Ansätzen, die wir schon nutzen.
Und jetzt kommt die Brücke zur Identität.
Wenn wir uns dann angucken, was für Lebensqualität eigentlich ein Schlüsselmoment
ist oder ein Schlüsselelement, dann ist das Identität. Und Identität meint die
Sicht auf sich selbst, also sowas, wie wir uns wahrnehmen.
Nehmen wir uns als handlungsfähig wahr? Haben wir Kontrolle über unser Leben?
Haben wir eine positive Sicht auf uns?
Und das alles lässt uns unser Leben als bedeutungsvoll erleben.
Und dieses Sinnerleben ist eben sehr eng verknüpft mit Lebensqualität.
Und wenn wir uns jetzt das angucken, wie können wir uns dem nähern,
wie sieht das aus bei unseren PatientInnen, dann können wir erst mal feststellen,
dass Menschen mit Aphasie auch häufig sagen, sie fühlen sich stigmatisiert beispielsweise.
Sehen sich eher defizitorientiert.
Und dann sind wir den Schritt gegangen und haben geguckt, kann man das denn
beeinflussen, ist da unsere Expertise gefragt.
Und jetzt kommt noch ein theoretischer Begriff, den ich noch reinwerfen muss,
nämlich der Begriff der narrativen Identität, der in den Sozial- und Kulturwissenschaften genutzt wird.
Und dieser Begriff sagt eben, dass Identität ausgehandelt wird im Dialog mit anderen.
Und diese Aushandlungsprozesse helfen uns kritische Lebensereignisse.
Das können übrigens auch schöne Sachen sein.
Weiß ich nicht, wie eine Heirat oder was das sein kann.
Die passen wir in unser Leben ein, die machen Sinn. Das heißt,
wir erleben unser Leben über die Zeit und auch die verschiedenen Ereignisse als sinnhaft.
Jetzt kann man sich vorstellen, dass ein kritisches Lebensereignis wie ein Schlaganfall
und eine Aphasie oder auch andere chronische Kommunikationsstörungen ist.
Dass die besonders eingepasst werden müssen in unserem Leben,
also besondere Herausforderungen darstellen.
Im Bereich der Kommunikationsstörungen ist aber genau dieser Aushandlungsprozess beeinträchtigt.
Wenn wir uns Menschen mit Aphasie angucken, dann haben die diese sogenannten
narrativen Kompetenzen nicht, die sie brauchen für diese Aushandlung.
Gespräche finden weniger häufig statt, die haben auch eine andere Qualität durch
die sprachlichen Einschränkungen.
Das heißt, genau das funktioniert nicht.
Barbara Shadden, die so die Pionierin auf dem Gebiet der Identitätsarbeit bei
Aphasie ist, spricht sogar von Identity Theft, also einem Identitätsraub und
war auch die Erste, die uns so ein bisschen Mut gemacht hat.
Daran kann man aber arbeiten mit den Menschen mit Aphasie.
Vielleicht noch eine Sache, warum das so wichtig ist.
Also diese Auswirkungen bei Aphasie. Wir sehen ja zum Beispiel,
dass bis zu 60 Prozent der Betroffenen ein Jahr nach dem Schlaganfall Zeichen
einer Depression zeigen.
Das heißt, das macht das nochmal deutlich, dass wir da genau an diesen Sachen,
an psychologischem Wohlbefinden, an Lebensqualität arbeiten müssen.
Und eine Möglichkeit ist eben
die von mir schon bei meiner Vorstellung angesprochene Biografiearbeit,
die eben genau den Raum gibt, um diese Aushandlungsprozesse erleben zu können,
mit anderen in den Austausch zu kommen. Das ist auch nichts,
was wir neu erfunden haben.
Das ist sehr etabliert, gerade in der Altenpflege.
Die Herausforderung war natürlich, eine sprachbasierte Methode für Menschen
mit Aphasie zugänglich zu machen.
Und da haben wir eben das Programm nah aktiv entwickelt, schon vor mehr als
zehn Jahren an der katholischen Hochschule.
Und vor allem mit multimodalen Mitteln wie Nutzen von Piktogrammen,
natürlich von Schrift, klassische Elemente, die wir auch kennen,
den Raum zu geben, dass Menschen mit Aphasie ihre Lebensgeschichte berichten
können, ihre relevanten Lebensereignisse, übrigens nicht nur die Aphasie oder
den Schlaganfall und damit eben auch Verarbeitungsprozesse stimuliert werden.
Und dafür haben wir eben ein Programm mit Einzel- und Gruppensitzungen entwickelt
und konnten auch sehen, dass sich tatsächlich in quantitativen Tests die Lebensqualität
nach der Teilnahme signifikant verbessert hat,
auch weiter noch zugenommen hat, drei Monate nach der Intervention.
Und qualitative Daten haben auch gezeigt, dass tatsächlich dieses Sinnerleben
im Sinne von ich fühle mich handlungsfähiger,
ich kann Dinge wieder angehen, ich sehe meine Krankheit weniger negativ,
auch wenn ich natürlich weiter dieses Bewusstsein dafür habe.
Das konnten wir auch genau feststellen.
Okay, ja spannend. Also geht es quasi so ein bisschen darum,
dass Identität oder dass auch Lebensqualität, die dir mit einhergeht,
über den Austausch über bestimmte Ereignisse im Leben hauptsächlich geprägt
wird und dann eben dort die Menschen
mit Aphasie besonders aufgrund der Sprachstörung beeinträchtigt sind.
Und ich würde sagen,
Das trifft auch gar nicht nur Menschen mit Aphasie, wenn wir an Menschen mit
der Parkinson-Erkrankung denken oder wenn wir an Menschen denken mit beginnenden
demenziellen Erkrankungen, mit PPA, wo wir das übrigens im Moment auch ausprobieren.
Wenn wir an Menschen denken, die stottern. Alle diese Personen müssen ja eigentlich
eine starke Veränderung in ihrem Leben verarbeiten und dieses Mittel,
was dafür so essentiell ist, nämlich Sprache,
können sie nicht nutzen. Und Sprache hat ja hier auch eine Doppelfunktion.
In der Sprache bringen wir unsere Identität zum Ausdruck und gleichzeitig,
auch während wir hier miteinander sprechen, verhandeln wir unsere Identität.
Und das brauchen wir ganz besonders, wenn wir eben was Kritisches in unserem Leben erlebt haben.
Also sowas wie eine Aphasie, da sagt man auch, das ist eigentlich wie ein biografischer Bruch.
Also tägliche Routinen verändern sich, Ziele, Perspektiven, alles das muss ja neu bewertet werden.
Ja, okay. Du hattest angesprochen, dass ihr in den Sitzungen auch versucht,
multimodal zu arbeiten, also mit Piktogrammen, mit Bildern, was auch immer.
Haben diese Sitzungen im analogen Setting stattgefunden oder habt ihr es auch
digital mal ausprobiert?
Spannende Frage. Tatsächlich in der Originalversion oder in unserem ersten Projekt
haben wir das analog durchgeführt und haben beispielsweise, wie du schon sagst, Piktogramme genutzt.
Die Leute konnten aber natürlich auch was zeichnen. Also man kann auch sehr
Gutes sehen, wir gerade Elemente der Kunsttherapie einbauen,
was wir gerade auch probieren eben bei Menschen mit primär progressiven Aphasien.
Und zu deiner Frage, ja, wir haben uns dann sogar schon vor der Pandemie die Frage gestellt,
können wir das nicht in den digitalen Raum übersetzen, weil gerade die auch
mit durchgeführten Gruppensitzungen beinahe aktiv häufig schwierig waren,
da gemeinsame Termine für die PatientInnen zu finden.
Und natürlich, weil die ja auch Begleiterkrankungen oder Störungen haben,
wie Hemiparesen, war das oft schwierig, die da regelmäßig hinzubringen zu unseren Terminen.
Wir haben dann ein Projekt mit der HAWK Göttingen mit Juliane Leinweber zusammen durchgeführt.
TEL hieß das, teletherapeutisches lebensgeschichtliches Erzählen zur Steigerung
von Lebensqualität und haben hier tatsächlich die Gruppen und auch die Einzelsitzungen,
das war unser Ziel, in den digitalen Raum zu verlegen.
Das heißt, wir haben ein Videokonferenzsystem genutzt.
Wichtig hier schon vorneweg war, eine Plattform zu haben, die besonders leicht zu bedienen ist.
Wir haben das ausprobiert. Das heißt, Menschen mit Aphasie brauchen beispielsweise
eine Bedienoberfläche, wo sie eigentlich durchgehend alle Bedienelemente auch
sehen können, weil das sonst zu problematisch ist.
Ein Vorteil sicherlich von dem digitalen Setting ist, dass Menschen ihren analogen
heimischen Raum nutzen können, um was zu zeigen.
Das haben die auch gemacht, dass die Dinge in die Kamera gehalten haben.
Man kann das Whiteboard nutzen, Emojis. Das heißt, das hat auch an der Stelle Vorteile.
Und wir sind immerhin so weit gekommen, dass wir das in der Zeit noch erproben konnten.
Wir haben aber nur die Einzelsitzungen in der Zeit erprobt und auch nur mit
leicht beeinträchtigten Menschen mit Aphasie, während wir zum Beispiel in der
ersten Studie auch Menschen wirklich mit schweren Einschränkungen der Sprachproduktion dabei hatten.
Wir wollten erstmal gucken, ob die Leute die Technik bedienen können.
Wir wollten Frustrationserlebnisse vermeiden.
Und wir konnten das am Ende noch mit sechs Teilnehmenden erproben.
Und immerhin bei der Hälfte der Leute konnten wir sehen, dass sich Lebensqualität
signifikant verbessert hat. Alle haben eine hohe Akzeptanz eigentlich für die
Technik gezeigt, sodass das, glaube ich, ein guter Weg sein kann.
Man muss natürlich sehen, die haben ja nicht das ganze Programm bekommen.
Das erklärt vielleicht auch, weshalb nicht alle profitiert haben.
Was wir aber zum Beispiel aus der Literatur wissen, dass auch Gruppensitzungen
ja digital gut funktionieren können und auch dieses Gefühl der Gruppenzusammengehörigkeit
sich entwickeln kann digital. Aber das wäre so der nächste Schritt dann.
Ja, ja.
Wir ha ben jetzt ja schon einige Herausforderungen, aber auch Chancen rausgehört.
Also ich habe zum Beispiel jetzt schon mitgenommen als Chance,
natürlich im digitalen Raum können wir viele Menschen zu einer Zeit zusammenbringen,
die es vielleicht sonst räumlich oder halt auch von ihren körperlichen Fähigkeiten nicht schaffen würden.
Herausforderungen liegen, glaube ich, auch schon auf der Hand.
Da haben wir jetzt auch schon mehrfach drüber gesprochen im Podcast.
Also Technikakzeptanz spielt hier natürlich eine große Rolle und auch natürlich
die technische Umsetzung.
Was für Chancen oder Herausforderungen habt ihr denn sonst noch dann im Projekt feststellen können?
Also ich gehe mal erst auf die
Herausforderungen ein, die hast du ja auch schon ein Stück weit genannt.
Ja, natürlich die Technik an sich, nicht nur die Technikakzeptanz,
sondern was wir häufig gesehen haben, dass die Verbindung nicht funktioniert
hat oder dass auch an der Hardware Probleme aufgetreten sind,
dass die Kamera nicht richtig funktioniert hat.
Also Probleme, für die wir auch die Leute besucht haben, um das irgendwie zu lösen.
Das wird ja auch in Studien immer wieder beschrieben. Ich denke,
ein anderes Problem kann noch sein, jetzt gerade bei so einem Ansatz,
wie wir den verfolgen, wo ja die betroffene Person im Mittelpunkt steht,
dass wenn wir das so durchführen, dass die ja zu Hause sitzen,
beispielsweise Angehörige auch reinkommen, was ja die Privatsphäre ändert und
auch die Erzählung ändert.
Das muss man, glaube ich, mit berücksichtigen und gerade vielleicht bei Gruppensitzungen,
dass so dieser informelle Austausch wegfällt.
Sobald die Videokonferenz beendet wird, ist es ja dann auch zu Ende und normalerweise,
wenn man in einer Gruppensitzung ist, spricht man ja gerade noch,
wenn es dann mal vorbei ist.
Das, glaube ich, sind so Herausforderungen, für die man irgendwie sich Lösungen
überlegen muss, vielleicht ein Raum, der länger zur Verfügung steht.
Vielleicht noch eine Sache, wir haben ja auch Projekte in Senioreneinrichtungen durchgeführt.
Also ich hatte ja erwähnt, dass wir auch eine Web-App entwickelt haben,
um eben Biografiearbeit in Senioreneinrichtungen zu stimulieren.
Und hier haben wir beispielsweise festgestellt, dass in Deutschland Senioreneinrichtungen
gar nicht flächendeckend mit WLAN ausgerüstet sind. Da denkt man nicht drüber nach.
Da kommen dann solche Schwierigkeiten auf einen zu.
Ja, das kann ich mir total gut vorstellen. Gerade technische Voraussetzungen
können natürlich da häufig ein Hindernis sein, auch vielleicht unabhängig vom Alter.
Was sind denn dann so Chancen, die sich dann in der digitalen Umsetzung ergeben?
Weil grundsätzlich ergibt es ja nur Sinn, Dinge digital umzusetzen,
wenn sie denn auch einen Vorteil haben.
Also wir haben ja ein paar Vorteile genannt, die wiederhole ich auch nicht nochmal.
Ich glaube, was man auch noch als Vorteil sehen kann, dass das auch motivierend
wirken kann, weil Leute was Neues lernen.
Also wir hatten im Vorfeld ja kurz auch Austausch dazu und ich würde auch sagen,
ja, wir sehen über diese vielleicht jetzt in unserem Fall Identitätsentwicklungsprozesse
durch den Inhalt angestoßen,
auch ein Zugewinn durch die Bewältigung der technischen Anforderungen,
also einen zusätzlichen Kompetenzerwerb.
Wir haben ein anderes Projekt gehabt, da haben wir eine App entwickelt,
so ein bisschen wie WhatsApp,
um aber den Kontakt für Menschen mit Aphasie leichter zu machen und dann ging
es auch nicht nur um den Austausch von Nachrichten, sondern auch,
dass die da sich verabreden können zu Treffen im analogen Leben.
Und dass wir gesehen haben, dass selbst die Menschen, die die App wenig benutzt
haben, Zugewinne in ihrer Lebensqualität gezeigt haben.
Und wir führen das darauf zurück, dass die so eine Art Selbstwirksamkeitserlebnisse hatten.
Die konnten plötzlich aber mit so einer Software umgehen und haben dadurch eben
Bewältigungserlebnisse gehabt, die ihr Selbstvertrauen wieder gesteigert haben.
Oder in dem Projekt mit den SeniorInnen, da war das so, in diesem Base-Talk-Projekt,
das ich mit der OTH Regensburg gemacht habe, wie PeerPail übrigens auch, also die Art WhatsApp.
In Base Talk war das so, dass die App durch Laien, ältere Menschen genutzt wurden,
die dann mit dieser App in Senioreneinrichtungen gegangen sind.
Und die App war wie so ein Methodenkoffer. Man kann da irgendwie an bestimmte
Orte reisen und die stimulieren dann diese Bilder und die Fragen,
die damit verbunden sind.
Das Gespräch zum Beispiel zu dem Thema Garten oder zum Thema Kino.
Welche Filme habe ich früher geguckt?
Und was wir gesehen haben, dass diese Laien, die das durchgeführt haben,
uns nachher berichtet haben, sie haben jetzt entdeckt, dass sie auch im Internet
ja Konzerte sich angucken können oder so virtuelle Museenrundgänge machen können.
Also das ist ein zusätzlicher Kompetenzerwerb.
Ich will aber auch nicht verschweigen, dass wenn das nicht gut funktioniert,
das natürlich auch zu Frustrationserlebnissen führen kann.
Also dann eher einen negativen Einfluss auf die Identität in diesem Kontext
dann hat oder haben kann.
Oder auf das positive Selbstbild haben könnte. Was man auch wieder aushandeln muss dann.
Ja, hattet ihr denn in den verschiedenen Studien, die ihr durchgeführt habt,
eher positive Effekte auf die Identitätsbildung durch diese,
ich sag mal, erweiterte digitale Kompetenz, die die Klienten,
PatientInnen dadurch erfahren haben oder eher negative durch die Frustration?
Kann man das überhaupt sagen?
Ich glaube, man kann das schwer wirklich differenzieren und sagen,
was wirkt sich jetzt wie auf das Identitätserleben aus, was ja eh...
Ja, schwer zu untersuchen ist. Also wir führen Interviews mit den Personen und
die beschreiben dann quasi Situationen wie, früher habe ich mich gar nicht mehr
um die Finanzen gekümmert, jetzt traue ich mich aber wieder.
Woraus man sowas ableitet, wie die fühlen sich handlungsfähiger beispielsweise.
Ja. Wir können aber natürlich auch aus Aussagen zu der Technik,
also zu Usability und so weiter, Akzeptanz, Rückschlüsse ziehen und Und da würde
ich sagen, und ich hoffe, alle Mitarbeitenden in den Projekten widersprechen mir nicht,
dass die Akzeptanz überwogen hat.
Wir haben natürlich Aussagen auch, die sagen, ja, das hat mir Spaß gemacht, das fand ich gut.
Ich möchte aber nicht, dass es die analoge Therapie komplett ersetzt.
Das finde ich ist auch absolut nachvollziehbar.
Ja. Aber zum Beispiel niemand hat auch die Therapie abgebrochen oder so.
Also alle sind dabei geblieben, was ja auch ein Zeichen ist,
also diese Adherenzraten, die wir hatten.
Deshalb würde ich sagen, das hat dem zumindest nicht negativ entgegengewirkt
und es hat es eben möglich gemacht, für Menschen teilzunehmen,
die vielleicht sonst gar nicht mit einbezogen werden könnten.
Und gerade ja auch diese Technikakzeptanz oder auch der Umgang mit Technik kann
sich jetzt ja auch nach und nach immer weiter im Grunde genommen ja verändern,
vielleicht auch verbessern, weil natürlich die technischen Möglichkeiten immer weiter fortschreiten.
Beispielsweise, ich denke da gerade an, TherapeutInnen können Zugriff auf zum
Beispiel einen Computer nehmen mit, natürlich mit Genehmigungen von PatientInnen
und dort zum Beispiel technisch unterstützen.
Also da haben wir ja diverse technische Möglichkeiten, die ja eigentlich wahrscheinlich
immer weitergehen und wahrscheinlich manchmal zu schnell weitergehen für uns
und da vielleicht auch nochmal mehr Potenzial bieten.
Absolut. Also ich würde auch sagen, wir streifen ja auch hier verschiedene Themen.
Zum einen geht es um Videokonferenzsysteme, die ja im Grunde die analoge Therapie
einfach mal ins digitale Setting verlegen.
Dann reden wir über Apps.
Dann sehen wir, wie kann sich Technik weiterentwickeln. Wir haben jetzt hier
noch gar nicht künstliche Intelligenz reingebracht, die ja auch einen unheimlichen
Zugewinn bedeuten kann.
Also gerade auch wieder bei Menschen mit Aphasie kann das eine unheimliche Unterstützung
bieten bei Wortfindungsstörungen. Da gibt es ja auch schon erste Untersuchungen zu.
Und ich sehe auch, was du sagst, für die Therapie selbst, also die unmittelbare,
kann das ein Gewinn sein, dass wir Übungen anbieten, die durchgeführt werden können,
die auch mit besseren Spracherkennungssystemen dann nochmal eine ganz andere
Möglichkeit bieten, sodass auch die Übungsfrequenz erhöht werden kann.
Ja, klar. Die ja in vielen Studien immer so ein bisschen ausschlaggebend ist
für Therapieerfolge, logischerweise.
Absolut, absolut.
Ja, ja. Ich habe gerade noch mich gefragt, es war jetzt ja gegen den Base Talk,
glaube ich, im Peer Paul ja hauptsächlich ein Mensch mit Aphasie.
Du hattest aber am Anfang schon gesprochen, dass ihr das gerade versucht so
ein bisschen auszuweiten, auch auf Demenzerkrankungen, primär progressive Aphasie und ähnliches.
Wie ist denn da so die Zukunftsaussicht, sage ich mal?
Also was gibt es da vielleicht gerade für laufende Projekte oder zukünftige
Projekte, wo man sich vielleicht auch mit beteiligen kann, um das voranzutreiben?
Ich komme noch mal kurz auf Bass Talk zuerst, weil das ein Projekt ist.
Also diese Bass Talk App ist frei zugänglich mittlerweile, was ja vielleicht
auch spannend ist für die Leute. Also wenn man eben Bass Talk eingibt,
dann kommt man da auch hin.
Es gibt eine deutsche und mittlerweile auch eine englische Version,
was uns ein bisschen stolz macht. Und die deutsche Version wurde tatsächlich
entwickelt für Menschen in Senioreneinrichtungen und erstmal nicht für Menschen mit Aphasie.
Die englische Version ist schon angepasst für Menschen mit Aphasie,
weil einfach die Fragen ein bisschen anders sind.
Also bei einer Aphasie stehe ich ja nicht am Lebensende.
Und da ist tatsächlich die Idee, Basetalk auch weiter zu nutzen,
für andere Usergruppen nochmal zugänglich zu machen.
Also wir könnten ja auch hier nochmal an Menschen mit Dysatrien denken,
wo wir das nutzen können.
Das ist so der Gedanke. Und wir entwickeln tatsächlich Basetalk gerade auch
weiter in einem Projekt, das nennt sich Empower, die brauchen halt immer so Akronyme.
Und hier geht es darum, diese lebensgeschichtliche Erzählung,
die die SeniorInnen leisten in den Gesprächen, denen auch länger zur Verfügung zu stellen.
Also das heißt, dass wir die nochmal digital aufbereiten und dann die Personen
zum Beispiel ein Tablet in ihrem Zimmer haben.
Und wenn die vorher davon erzählt haben, dass die einen bestimmten Film im Kino
geguckt haben, als die jünger waren,
dass dann nochmal Bilder davon da zu sehen sind, vielleicht auch was,
was die dazu erzählt haben, sodass die das wieder nutzen können im Austausch
zum Beispiel mit Pflegepersonal oder anderen BesucherInnen.
Und wir reden jetzt hier erstmal von älteren Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen.
Wenn wir das aber bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen nutzen,
könnte das ja auch im Verlauf der Erkrankung wie so eine Gedächtnisstütze sein.
Also dass wir quasi wie so eine digitale Lebenserzählung haben zu bestimmten
Ereignissen, vor allem zu Orten, weil Orte sehr starke Erinnerung stimulieren.
Und man die aber immer wieder auch nutzen kann und die eben auch multimodal
aufbereitet ist und damit deutlich mehr Stimulationsmöglichkeit bieten als jetzt
ein einfaches Fotoalbum beispielsweise.
Das ist das, woran wir gerade arbeiten.
Da suchen wir auch immer noch Senioreneinrichtungen, die mitmachen.
Also insofern, keine Ahnung, wann dieser Podcast online geht,
aber wir sind noch dabei.
Und das andere, was du angesprochen hast, das finde ich unheimlich spannend,
das bin ich durch eine Promovierende draufgekommen, Mirjam Gauch.
Das Projekt läuft auch gerade, dass wir tatsächlich nah aktiv,
aber in seiner ursprünglichen Form, also jetzt nicht mit digitalen Elementen,
bei Menschen mit primär progressiven Aphasien einsetzen. Und da kann ich sagen,
das ist nochmal eine andere Herausforderung.
Miriam könnte mehr dazu erzählen, weil wir hier natürlich nicht nur mit sprachlichen
Problemen konfrontiert sind und vor allem ja mit einer progredienten Erkrankung.
Es geht nicht darum, jetzt in unserem Ansatz dann ein Lebensereignis zu verarbeiten,
sondern ja eigentlich eine dauerhafte Veränderung, von der ja auch klar ist, wohin die führen wird.
Das ist sehr spannend, das evaluieren wir gerade und die Promotion läuft auch noch.
Ja, vielen Dank. Das klingt nach super vielen spannenden Gedanken auch.
Wir müssen leider jetzt schon zum Ende kommen. Ich fand es heute sehr kurzweilig
und würde, glaube ich, noch viel lieber da noch mit weiter eintauchen.
Ich habe auch ganz viele Ideen für mich mitgenommen und Verbindungen zwischen
anderen Bereichen gezogen.
Ich hätte wie immer noch eine abschließende Frage. Wenn du einen Wunsch zu diesem
Thema frei hättest, dann wäre das was?
Darf ich mehrere Wünsche haben? Ist okay.
Ich habe die Wunschfrage ein bisschen erwartet und habe auch gedacht,
Mensch, was wünschst du dir denn?
Und ich finde, diese Wünsche stehen gleichberechtigt nebeneinander, würde ich mal sagen.
Zum einen natürlich Nachhaltigkeit für die Dinge, die wir entwickeln.
Also wenn man technische Lösungen entwickelt, ist ja immer die Frage, wie laufen die weiter?
Findet man Geldgeber beispielsweise dafür?
Eine Möglichkeit, die wir jetzt entdeckt haben, ist eben das Ganze als Web-App
anzubieten, sodass wir eben keine Finanzierungsprobleme haben.
Aber das, glaube ich, ist was, was wir insgesamt in der Forschung zu technischen
Lösungen weiterverfolgen müssen. Wie können wir das nachhaltig etablieren?
Das wäre ein großer Wunsch, dass wir da weiterkommen.
Inhaltlich ein großer Wunsch, dass sowas wie identitätsorientierte Ansätze sich
etablieren können in der Logopädie.
Da sind wir ja noch nicht. Also so ein Ansatz wie nahaktiv oder es gibt im amerikanischen
My Story von Katie Strong, die mit Barbara Shadden, die ich schon erwähnt habe, gearbeitet hat.
Das sind Ansätze, aber da müssen wir ja so weit kommen, das Logopäden, Sprachtherapeutin,
also so eine Art Toolset haben, ein Skillset haben, aber auch im Sinne eines
Mindsets, das als Teil ihrer professionellen Identität begreifen.
Und daran arbeiten wir übrigens auch.
Wir haben in einer internationalen Gruppe zusammen mit Barbara Shadden,
Katie Strong, aber auch Sarah Norscott, Rianne Brinkmann, also KollegInnen aus
UK und den Niederlanden und Bianca Spelter hier von der HAWK ist auch dabei,
haben wir ein Seminar entwickelt, in dem wir eben zum einen so Moderationsfähigkeiten
im Sinne von Biografiearbeit vermitteln.
Aber dann auch praktische Übungen mit PatientInnen. Das ist halt ein Seminar,
das mittlerweile in den Niederlanden, USA und Deutschland läuft und das wir auch evaluieren.
Das, glaube ich, kann ein Beitrag sein, sowas nachhaltig zu etablieren und Identitätsarbeit
auch nachhaltig in die Logopädie einzuführen.
Und mein letzter Wunsch ist, diese Arbeit weiter auszubauen,
sodass wir auch dahin kommen, dass wir nicht nur für Menschen mit Aphasie vielleicht
mit leichten Einschränkungen im psychologischen Wohlbefinden,
sondern dass wir auch Angebote schaffen können für Menschen mit Aphasie,
die unter Depressionen leiden,
die wir dann natürlich zusammen mit PsychotherapeutInnen entwickeln.
Aber da haben wir eine große Versorgungslücke in Deutschland und das,
glaube ich, müssen wir unbedingt angehen, dass wir auch da Ansätze entwickeln,
die eben nicht wie nah aktiv eher präventiv sind oder bei leichten Beeinträchtigungen
des psychologischen Wohlbefindens eingesetzt werden, sondern wirklich auch,
dass wir für größere Beeinträchtigungen da auch Möglichkeiten haben.
Das waren jetzt viele Wünsche, aber ich glaube, die brauchen wir auch alle.
Ja, das kann ich mich nur anschließen.
Beim ersten Punkt dachte ich, okay, das wünsche ich mir auch,
aber auch die anderen Punkte, glaube ich, stehen ganz genau daneben auch und sind genauso relevant.
Ich nehme heute vor allem auch mit, wie wichtig dieser Punkt Identität einfach ist.
Und ich denke, das können wir auch auf viele andere Störungsbilder übertragen,
dass einfach gerade die Identität einen riesengroßen Anteil hat.
Ich persönlich denke da an mein Forschungsthema Lesen. Lese-Selbst-Konzept spielt
eine riesengroße Rolle auch.
Ich finde, da finden wir ganz viele Anknüpfungspunkte und können das sicherlich
auch noch für andere Bereiche mitnehmen.
In der nächsten Folge gehen wir in einen etwas anderen Bereich und schauen uns
nochmal das Thema Ethik und Digitalisierung an und wir freuen uns schon total
auf unseren nächsten Gast.
Das war es dann auch schon wieder mit dem Göttinger Dialogo.
Vielen Dank, dass ihr heute dabei wart und zugehört habt.
Wenn ihr wie immer Fragen oder Anregungen habt oder euch auch ein Thema wünscht,
dann schreibt uns doch gerne eine Mail.
Die Kontaktdaten und auch weitere Informationen, auch eventuell Links,
über die wir heute gesprochen haben, findet ihr dann in den Shownotes.
Und wir hoffen, dass euch die heutige Folge gefallen hat und ihr auch beim nächsten
Mal wieder mit dabei seid. Ob wir
uns schon auf die neue Folge und weitere spannende Themen freuen? Na logo!
Sabine Corsten
00:00:33
Mira Lorenzen-Fischer
00:01:43
Sabine Corsten
00:02:02
Mira Lorenzen-Fischer
00:07:09
Sabine Corsten
00:07:29
Mira Lorenzen-Fischer
00:08:26
Sabine Corsten
00:08:44
Mira Lorenzen-Fischer
00:11:40
Maren Wallbaum
00:11:41
Sabine Corsten
00:12:18
Maren Wallbaum
00:13:59
Sabine Corsten
00:14:19
Maren Wallbaum
00:16:26
Sabine Corsten
00:16:31
Mira Lorenzen-Fischer
00:16:38
Sabine Corsten
00:17:00
Maren Wallbaum
00:18:17
Sabine Corsten
00:18:51
Mira Lorenzen-Fischer
00:19:45
Sabine Corsten
00:19:51
Mira Lorenzen-Fischer
00:19:53
Sabine Corsten
00:20:23
Maren Wallbaum
00:23:27
Sabine Corsten
00:23:54
Maren Wallbaum
00:26:43